Curso de alemán nivel medio con audio/Lección 292c

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Leibniz. Der Lebensroman eines weltumspannenden Geistes.


46. Das imaginäre Tagebuch

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Wenn Leibniz in den folgenden vier Jahren, bis zu einem innerlich und äußerlich höchst bedeutsamen Wendepunkt aller Dinge in Hannover, ein Tagebuch verfaßt hätte, dann wäre dieses Tagebuch zu einem dicken Folioband angeschwollen. Da es nun beinahe unmöglich ist, ein solches Diarium ausführlich zu fingieren, möge es genügen, gleichsam das Inhaltsverzeichnis an die Stelle des imaginären Werkes treten zu lassen. Es ist dies auch ungefähr mit den jagenden Erinnerungen in Übereinstimmung, die Leibniz nicht bannen konnte, als er am 28. September 1684 in später Nachtstunde heimkehrte und auf seinem Schreibtisch die letzten Korrekturen seiner grundlegenden Veröffentlichung über Maxima und Minima und über die Methode der Differentialrechnung vorfand.
Dieses ebenso imaginäre Inhaltsverzeichnis hätte gelautet:
Meine Ahnungen und viele der Voraussagungen der Herzogin Sophie sind schon im Jahre 1681 in Erfüllung gegangen. Ernst August hat nach einigem Zögern faktisch zu regieren begonnen und diese Regierung hauptsächlich mit Sparmaßnahmen aller Art eingeleitet. Ich leugne nicht, daß er gegen alle Personen des Hofes, selbst gegen die unseligen italienischen Musici, die durch den Tod Johann Friedrichs damals nicht in ihre Heimat zurückgelangten, höchst schonungsvoll vorgegangen ist. Aber seine Tendenz in der Gestaltung des Hofhaltes bleibt doch, wie ich fast sagen möchte, eine puritanische. Und solche Tendenzen müssen über kurz oder lang auch einzelne Personen in Mitleidenschaft ziehen. Dabei ist der Charakter des Herzogs ein durchaus gebrochener. Das Wort „gebrochen“ verstehe ich in dem Sinne, wie sich ein Lichtstrahl in einem Prisma bricht und in verschiedene Farben zerlegt. Er ist ein Mann der ersten Kategorie, hat die Herzogin gesagt. Also genau das, was man als heldisch bezeichnen kann und was man gewöhnlich auch als männlich im engeren Verstande bezeichnet: Eine kluge und gerade Soldatennatur. Er ist aber vielleicht zu sehr ein Reitersmann. Denn sein Eheleben ist nicht so puritanisch wie seine anderen Ehrbegriffe. Er empfindet es als sein Recht, die eheliche Bindung nicht allzu schwer zu nehmen und läßt sich leicht mit Hofdamen in eindeutige Beziehungen ein, die dann leider sehr schwere Hofintrigen im Gefolge haben. Diese Konsequenz ist ihm zu wenig klar geworden. Er beruft sich innerlich vielleicht auf die Gleichalterigkeit mit seiner Gattin und auf seinen robusten und leidenschaftlichen Körper. Oder aber, er grübelt überhaupt nicht und folgt seinem Instinkt und der Mode, die von jenseits des Rheins sehr bemerkbar herüberdringt. Die Herzogin wieder, deren Schwester Louise Hollandine, obwohl sie Abtissin von Maubuisson ist, trotzig und bekennerhaft kein Bedenken trägt, par ce ventre qui a porté quartorze enfants zu schwören, dürfte in ihrer philosophischen Gelassenheit kaum den Lebenswandel des Gatten für mehr ansehen als für eine höfische Selbstverständlichkeit. Um so mehr, als Ernst August zu ihr geradezu auf blickt und sie ebenso ruhig vor allen Leuten als seine geistige Stütze bezeichnet, wie er mich sein wandelndes Dictionnaire nennt. Ob das in seinen Augen allerdings Schmeicheleien sind, wage ich kaum zu entscheiden. Er ist höflich und achtungsvoll gegen mich, aber doch sehr distanziert und ein wenig zu herablassend. Und er überantwortet „das Dictionnaire“ mit Vorliebe der „geistigen Stütze“, wenn er mit einer seiner Gräfinnen auf die Jagd reitet. Die Herzogin ist damit anscheinend höchst zufrieden. Und Grote, Sophie und ich konspirieren in stiller, aber nachdrücklicher Weise und leiten gleichsam souverän die Geschicke des Landes. Allerdings nur in den Grundlinien. Denn der Herzog kommt oft plötzlich von der Jagd zurück, auf der ihm eine seiner Dianen etwas eingeblasen hat, und fährt uns mit Befehlen da- zwischen, die wir dann mühsam in unser wohlerwogenes Konzept einbauen müssen. Es ist das aber eigentlich nicht ohne Reiz. Und es ist für mich ein besonderes Vergnügen, endlich in ideeller Art einer Familie eingegliedert zu sein. Diese Familie besteht aus der Herzogin, aus dem Abt Molanus von Lokkum, aus der süßen Prinzessin Charlotte und aus entfernteren Familienmitgliedern, die vom Hof Georg Wilhelms aus Celle herüberkommen oder die Herzogin aus allen Teilen Europas, von Siebenbürgen bis Spanien, besuchen. Ein buntes Kaleidoskop von Männern und Frauen. Am liebsten aber sind mir die Vormittage im engsten Kreis. Da wird nur Molanus zugezogen und es wird höchst ernsthaft und gründlich debattiert. Gewöhnlich entsteht, aus rein taktischen Gründen, eine Kontroverse zwischen der Herzogin und Molanus. Ich selbst bin dann zum Schiedsrichter ausersehen, wobei ich mich gewöhnlich mit beiden Parteien in Streitigkeiten verwickle. Doch noch eine andre Aufgabe ist mir in der „Familie“ zugeteilt. Ich habe, zu drei Viertel aus freiem Willen, den Unterricht der Prinzessin Charlotte ernstlich übernommen. Seit dem Marquis von Hospital, der übrigens bis heute alles gehalten hat, was seine Kindheit versprach, ist mir solch eine Frühreife des Geistes noch nicht untergekommen. Und es ist der lichteste Augenblick des Tages, wenn ich die klaren, offenen, wissenstrunkenen Augen der kleinen Prinzessin vor mir sehe, die mich, ebenso nimmermüde als vertrauend, mit ihren unablässigen Fragen beinahe in Verlegenheit bringt. Sie ist dabei im Gemüt ein echtes, reines Kind. Nicht ein Schatten von Hochmut oder Niedrigkeit ist in ihr. Aber ein furchtbares Dämonium treibt sie dazu, sich im Sinne des Sokrates und des Aristoteles unablässig zu verwundern und den Dingen rücksichtslos auf den Grund zu gehen. Leider ist ihre Gesundheit nicht die stärkste. So daß ich sie mehr als einmal, wenn sie fiebernd in ihrem Bettchen lag, zwingen mußte, den Wissenschaften für einige Zeit zu entsagen und sich an Puppenspielen zu ergötzen, die ich aus Angst um ihre wankenden Kräfte ersann; die sich allerdings auch auf höherem Niveau bewegen mußten, um sie einigermaßen abzulenken. Ich verdanke diesem Kinde vielleicht mehr, als es mir zu danken hat. Denn es hat mir Fingerzeige über den ursprünglichen Zustand der Menschenseele gegeben, an denen die meisten anderen Philosophen, bei denen das Maß aller Dinge der erwachsene Gelehrte ist, höchst achtlos vorbeigehen.
Allerdings wurden diese Idyllen schon in dem in Rede stehenden Jahr 1681 mehr als einmal empfindlich gestört. Ludwig XIV. ist nämlich auf eine neue Teufelei verfallen, die seiner Erfindungsgabe und seinem nie rastenden Ehrgeiz alle Ehre macht. Er hat die sogenannten „Réunionen“ ersonnen. Brutal gesagt: Er raubt deutsche Länder am Rhein, setzt dann höchst gelehrte und ebenso befangene „Réunionskammern“ ein, die nach allen Methoden strengen Rechtes und historischer Gelehrsamkeit - womöglich bis auf Karl den Großen oder die Merowinger zurück - zu beweisen haben, daß diese Gebiete de jure eigentlich französisch seien, und „vereinigt“ sie dann „wieder“ mit Frankreich. Er macht also das Unrecht der „deutschen Invasion“, auch wenn sie Jahrhunderte gedauert hat, als edler Anhänger menschlicher und göttlicher Rechte wieder gut. Zuerst hat mich dieses frivole Spiel mit der Idee des Rechtes amüsiert, da ich glaubte, ganz Europa würde aus wohlerwogenem eigen en Interesse gegen solche völkerrechtliche Fastnachtskomödien empört auftreten. Als aber Kurbrandenburg mit Ludwig eine Allianz schloß und endlich der freche Raub Straßburgs erfolgte, ist mir die Geduld gerissen. Und es wurde mir schwer, die zögernde und unschlüssige Haltung des Deutschen Reichs mit anzusehen. Natürlich wußte Ludwig, daß er seine Raubpolitik auch ohne die Rückendeckung Brandenburgs ruhig wagen konnte. Vielleicht habe ich ihn durch mein Consilium Aegyptiacum eher aufgeklärt als abgeschreckt und habe dadurch Deutschland geschadet. Denn Ludwig baut die gewisse doppelbackige Zange, die Deutschland zerpressen soll, weiter und weiter aus. Er schürt in Ungarn, schürt bei den Türken. Der „allerchristlichste“ König hetzt die Türken gegen ein Zentrum des Katholizismus, gegen Österreich! Und möchte am liebsten noch Venedig ins Komplott ziehen, wenn die Dogenrepublik nicht hellsichtiger und charaktervoller wäre als der Hof Ludwigs.
Wir aber in Hannover schlafen nicht und werden nicht schlafen. Neben Kurbrandenburg besitzen wir als einzige Macht in Deutschland ein Heer, das gegen Frankreich ernstlich in Betracht kommt. Da es Podewils ja französisch „drillte“. Wir werden aber Ludwig nicht etwa die Freude machen, unsre Truppen in hoffnungsloser Defensive am Rhein zu verzetteln. Wir werden Frankreich indirekt im Osten schlagen. Indem wir die zweite Backe der Zange zerbrechen. Wir werden einen „Mars christianissimus“, einen allerchristlichsten Krieg führen und mindestens zehntausend Mann nach Ungarn werfen. Unser Rechtstitel wird wahrscheinlich ein besserer sein als die Réunionsansprüche. Und wir werden damit Venedig auf unsre Seite reißen, wenn nicht auch Polen.
Es war erhebend, wie einig wir in dieser Hinsicht waren. Selbst Ernst August hat als alter heldischer Soldat und als einer der wenigen Feldherren in Europa, die einen französischen Marschall in die Flucht jagten, für einige Zeit seine Gräfinnen vergessen und ist uns menschlich nahe gekommen. Und in diesem Brennpunkt haben sich all unsre Wünsche und Pläne vereinigt. Denn der Kaiser muß über kurz oder lang die Bundesgenossenschaft Hannovers honorieren. Ernst August geht sogar so weit, seine Söhne, selbst den ältesten Prinzen Georg, zu den Fahnen zu schicken. Sie sollen, sagt er, mit der Waffe in der Hand die Kurwürde und den Wiederaufstieg des Welfenhauses erstreiten. Nicht als Zuseher oder Hofgenerale. Nein, als wirkliche Kämpfer und Anführer. Bei diesem Vorschläge hat die Herzogin innerlich lange mit sich gekämpft. Sie hat aber schließlich das Wohl der Dynastie und die Pflicht gegen das Deutschtum vor die Sorge der Mutter gestellt. Wir haben dann weiters beschlossen, den Phosphor nicht als Kriegsmittel zu verwenden. Hauptsächlich deshalb, damit er nicht für die Türken zu einer Ausrede für noch ärgere Grausamkeiten würde, als sie ohnehin an den Grenzen sich täglich schon ereignen. So sind wir ins Jahr 1682 hinübergeglitten, das eigentlich keine großen Ereignisse brachte und mit ermüdenden Beratungen ausgefüllt war. Ich war sowohl 1681 als 1682 wieder für einige Monate in Zellerfeld. Es ändert sich nichts. Der Kampf gegen die Fachleute geht unter den verschiedensten Formen weiter. Ich erziele Teilergebnisse, schwindle eine Pumpenanlage nach der anderen in die Bergwerke, habe mich mit den Mechanicis und den Knappen angefreundet. Aber wenn der Wasserstollen zur Sprache kommt, melden sich sofort die widerspenstigen Erdgeister und die Intrigennester Hannovers, die, wie ich jetzt schon glaube, von Colbert‘schen Agenten gezüchtet werden. Ich spreche nicht davon, daß ich jetzt auch Justiz-Sachen traktiere, daß mein Briefwechsel sich eher ausdehnt, als daß er abnimmt, daß die Unionsverhandlungen mit Spinola und mit dem Landgrafen von Hessen-Rheinfels, der brieflich eingegriffen hat, weitergehen. Und daß ich mir täglich einige Zeit abgeize, um meine Philosophie und meine mathematischen Studien, ganz abgesehen von der Theologie und von der Gesteinskunde, weiterzubauen. Ich kann mich aber nicht sammeln und muß mich mit gelegentlichen Entdeckungen und Erfolgen begnügen. So habe ich, zu Beginn des Jahres 168 5, die Zinseszins- und Rentenrechnung zum Gebrauch der Gerichte und der Kammern auf vollständig neue, mathematisch einwandfreie Grundlagen gestellt und, wie ich glaube, damit der Staatswirtschaft einen Nutzen erwiesen.
Es hat sich aber auch in diesem welthistorischen Jahr 1685 ein wissenschaftliches Satyrspiel zugetragen. Reichshofrat Becher hat sich spät, aber gründlich an mir gerächt. Er hat ein Buch erscheinen lassen mit dem anziehenden Titel „Närrische Weisheit und weise Narrheit“. Und beteuert in der Vorrede bei Gott, daß er aufrichtig spreche und durchaus nicht den Vorsatz habe, die Personen, die im Buche erwähnt seien, zu verletzen. Diese Beteuerung „bei Gott“ ist ein wenig erstaunlich. Denn das Buch ist ein einziges schwarzgalliges Pamphlet schlimmster Sorte, in dem Becher nicht nur Feinde wie mich, sondern auch Freunde und Wohltäter lächerlich zu machen sucht; insbesondere aber alle Personen, die seine etwas zu „großzügigen“ Methoden in der Wirtschaft und in der Alchimie nicht billigen konnten. Die mir gewidmete Stelle des Buches führt den schönen Titel: „Leibnizens Postwagen, von Hannover nach Amsterdam in sechs Stunden zu fahren“ und soll mich wohl als schlimmen wissenschaftlichen Abenteurer hinstellen. Ich grübelte lange, auf welche Tatsache sich dieses Pamphlet stützen könnte. Bis es mir endlich einfiel, daß ich in Hamburg mit Becher über Postwagen und Verbesserungen ihrer mechanischen Einrichtungen gesprochen hatte, und daß gerade er es damals gewesen war, der von traumschneller Überwindung der Entfernungen und von den Folgen solcher Reiseverbindung phantasiert hatte. Jedenfalls war ich in Hannover für einige Zeit der willkommene Gegenstand harmloser oder böswilligen Sticheleien, und ich mußte auch eine Unzahl von Briefen schreiben und Anfragen der ganzen gelehrten Welt Europas über die wahre Ursache des Angriffs beantworten. Ich erwiderte allerdings sterotyp, daß ich mich in dem Buche Bechers ja in ausgezeichneter Gesellschaft befinde, da in derselben Klasse mit mir der König von Frankreich, der selige Kardinal von Salzburg, Herr von Zinzendorf, Hudde aus Amsterdam und sogar der große Huygens figurierten. Ja, ich drehte den Spieß sogar um und behauptete, Becher, der durch seine Übertreibungen und durch die diesen Übertreibungen chymisch beigemischte schwarze Galle bekannt sei, hätte mich mehr beleidigt, wenn er mich in seinem Pamphlet übersehen hätte. Sein Buch sei, abgesehen von seinem „sachlichen“ Inhalt, eine brauchbare Namensliste für eine europäische Akademie der Wissenschaften. Ich würde aber trotz allem außerdem noch Herrn Becher in diese Akademie aufnehmen. Er sei wirklich ein großer Gelehrter und habe sich selbst nur aus Bescheidenheit in seinem Pamphlet übersehen.
Prinz Georg nun wollte den Anlaß benützen, mich auf Grund des Becher'schen Pamphlets bei Ernst August zu verdächtigen. Er wurde aber rasch durch alle anderen über die Unhaltbarkeit des Vorwurfs belehrt und gab seinen Vorstoß schnell auf. Im übrigen bin ich mit ihm die letzten Jahre ganz gut ausgekommen. Er bleibt zwar hochmütig, ist aber ernster geworden, da er zu den Truppen abgeht, die dem Kaiser zu Hilfe marschieren.
Ich nannte das Jahr 1685 ein welthistorisches. Diese Angabe braucht nicht näher begründet zu werden. Denn die „Zange“ war näher als je daran, Deutschland zu zermalmen. Und nur Rüdiger von Starhemberg, Liebenberg, Sobieski und dem Herzog von Lothringen ist es wohl zu verdanken, daß sich die Flut der Türken und Tartaren nicht über die österreichischen Erblande bis nach Deutschland ergoß ; und daß der sprungbereite Feldherr Frankreichs nicht gleichzeitig von Westen die Reste Deutschlands erdrückte.
Es waren furchtbare Wochen, die ich in Zellerfeld verbrachte. Wochen, die mich innerlich um viele Jahre altern ließen. Und die sich erst an jenem Septembertage in Jubel lösten, als mir ein Bote die Nachricht vom Entsatz Wiens nach Zellerfeld brachte. Ich aber verfaßte unter dem Eindruck des Ereignisses eine ironisierende Staatsschrift unter dem Titel „Mars christianissimus“ und zeichnete als Autor mit der Chiffre: Ein deutscher Französling, auctore Fermano Gallo-Graeco. Damit aber kein Mißverständnis möglich sei, setzte ich ein Motto vor die in Cöln erscheinende Schrift:
„Auf, Deutscher, auf, dein Heil ruht fast auf schlechtem Fuß,
Auf, Deutscher, lies, bedenk und mach den rechten Schluß!“
Aber ich will von meiner bloß literarischen Beteiligung am Kampf gegen die Türken durchaus nicht Worte machen. Der Gerechtigkeit halber muß ich vom Prinzen Georg sprechen, der seit 1682 Erbprinz von Hannover ist, da Ernst August in seinem „Testament“ die Primogenitur eingeführt hat. Dieser Erbprinz Georg also hat an der Spitze eines Hannöverschen Reiterregiments unter König Sobieski ungemein tapfer gegen die Türken gekämpft und ist nur durch einen unwahrscheinlichen Glücksfall dem Tode entronnen. Auch ein jüngerer Bruder hat auf dem Kahlenberge gefochten und die beiden sind siegreich im befreiten Wien eingeritten.
Es waren schreckliche Tage und Wochen persönlichen Bangens am Hofe. Ich bin sogar einige Male von Zellerfeld nach Herrenhausen gefahren, um die Herzogin und die junge Gemahlin Georgs, die Erbprinzessin Dorothea, zu trösten. Dabei ist mir aber wieder die tiefste Disharmonie ganz klar zum Bewußtsein gekommen, die all das Aufsteigende an unserem Hofe stört und deren Wurzeln so verästelt sind und so weit zurückliegen, daß ich sie nur flüchtig andeuten kann.


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